Februar 2010
Das hilft Helfern helfen
Eine Rettungskarte kann dazu beitragen, eingeklemmte Opfer um entscheidende Minuten schneller zu bergen.

Peter Pisecker

Holen Sie sich diesen Aufkleber an Ihrem ÖAMTC-Stützpunkt.


Bilder: Wagner, Archiv, Illustrationen: Scharnagl

Autos werden immer sicherer. Das kann auch zum Problem werden: dann nämlich, wenn verletzte Insassen geborgen werden müssen, die nach einem Unfall im Wrack eingeklemmt sind.

Gezielte Verstärkungen der Karosserie werden beim Aufschneiden zum Hindernis, und Gasgeneratoren von Airbags, die möglicherweise nicht ausgelöst haben, könnten den Rettern um die Ohren fliegen. Klarerweise können die Feuerwehrleute nicht die Konstruktionsdetails aller gängigen Automodelle auswendig wissen.

Eine Rettungskarte kann die Zeit der Bergung entscheidend verkürzen. Voraussetzung ist, der Autobesitzer hat sich die passende Rettungskarte für sein Fahrzeug besorgt und sie im Auto deponiert.

Rettungskarte – was ist das? Die Rettungskarte ist ein Blatt im A4-Format, auf denen das Auto in Schnittzeichnungen von oben und von der Seite dargestellt ist. Deutlich eingezeichnet ist darauf die Lage der Batterie, von Karosserieversteifungen, Airbags und der Gasgeneratoren zum Zünden der Airbags. An Hand dieser Darstellung kann die Feuerwehr das Bergegerät punktgenau ansetzen.

  • Schritt eins: Rettungskarte für das eigene Auto im Internet aufrufen und auf einem Farbdrucker ausdrucken.
    Wer keinen Computer oder Farbdrucker zu Hause hat, wendet sich am besten an seinen Vertragshändler.

    Viele Autohersteller haben schon Rettungskarten für ihre Modelle ins Internet gestellt. Leider gibt es Firmen, die ihren Kunden diesen sinnvollen Service überhaupt nicht anbieten (z.B. Ford oder Fiat) oder nicht für alle Modelle.

  • Schritt zwei: Rettungskarte an der Fahrer-Sonnenblende befestigen, zum Beispiel mit einem Gummiband. Selbst nach einem Überschlag, wenn das Auto auf dem Dach liegt, kommen die Retter meist an diese Stelle heran.

  • Schritt drei: Aufkleber beim ÖAMTC-Stützpunkt holen und am Auto anbringen – der ÖAMTC empfiehlt die linke untere Ecke der Windschutzscheibe (selbst wenn diese beim Unfall herausspringt, bleibt der Aufkleber auffindbar). Auf der Rückseite sind wichtige Telefonnummern aufgelistet.
  • Josef Buchta, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes (ÖBFV): „Die Rettungskarte ist für die Einsatzkräfte der Feuerwehr von großer Bedeutung. Um eingeklemmte Personen nach Unfällen rasch und so gefahrlos wie möglich aus den Wracks retten zu können, brauchen wir für unsere hydraulischen Bergegeräte exakte Arbeitspositionen.“
    Buchta wünscht sich darüber hinaus die Angabe von Druckpunkten, an denen der Fußraum durch Rettungszylinder erweitert werden kann. „Ein Aufkleber, der am Fahrzeug auf die Rettungskarte im Auto hinweist, ist für die Helfer am Einsatzort eine großartige Hilfestellung.“

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