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Juli 2008 Beinahe ein SUV Neu im Dauerteststall: ein Nissan Qashqai 2.0 dCi 4wd, die kernige Golf-Alternative mit dem Hauch des großen Abenteuers. |
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Bild: Michael Alschner
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Der Name Qashqai allein weckt schon Aufmerksamkeit, die äußere, ein wenig an einen Geländewagen erinnernde Erscheinung im braven Einerlei der Kompaktklasse trägt den Rest dazu bei, Nissans jüngstes Produkt in die durchaus gewollte Rolle eines non-konformistischen Außenseiters zu drängen: ein Crossover im besten Sinne. Für viele reicht der gewollte Offroad-Look allein – die meisten Qashqai werden ganz bieder nur mit Frontantrieb verkauft.
Wenn schon, denn schon – unser jüngster Zugang zum Dauertestfuhrpark kann mehr: Bewusst haben wir ein Allradmodell gewählt, bewusst den bewährten 2-l-Renault-Diesel
und dazu die hochwertige -tecna-Ausstattung. Und weil die Bodenfreiheit stimmt und das Fahrwerk vom großen Bruder X-Trail stammt, kann der kompakte Golf-Spieler sogar als SUV im leichten Gelände punkten.
Aussen & Innen ••••• Der gewaltige, auch für Nissan überraschende Erfolg des Qashqai rührt wohl daher, dass er all das bietet, was einen SUV sympathisch macht (hohe Sitzposition, gute Übersicht und Gefühl der Sicherheit), ohne aber dessen Nachteile wie Verbrauch und Größe zu haben, die vielfach diese Kategorie Autos zum Feindbild machen. Nur wenig länger als die Messlatte Golf, aber deutlich höher – das macht schon allein das Ein- und Aussteigen zum Vergnügen. Vor allem ältere Personen wissen zudem das etwas erhabene Sitzen und den hervorragenden Überblick zu schätzen. Nur die breite C-Säule beeinträchtigt die Sicht nach schräg hinten. Fahrer und Beifahrer leben großzügig, innen wirkt der Qashqai nicht zuletzt dank des riesigen Glasdachs luftig und lichtdurchflutet. Im Fond zwickt es – klassenüblich – zumindest bei komplett nach hinten geschobenen Vordersitzen. Der Kofferraum schluckt normalerweise gut 400 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es rund 1,5 Kubikmeter – und das trotz einer Stufe im Kofferraum, weil die Sitzfläche nicht hochgeklappt werden kann. Weiteres Minus für Großgewachsene: Unter der geöffneten Heckklappe können nur Menschen, die kleiner als 1,80 m sind, bequem stehen. Wenig schätzen werden aber gerade ältere Personen die mit rund 80 cm sehr hohe Ladekante, über die das Gepäck etwas mühsam hochgewuchtet werden muss – ein Tribut an die Bodenfreiheit und den be- quemen Einstieg. Zu den praktischen Seiten des Qashqai zählen das ergonomisch gut aufgebaute, funktionelle Cockpit, das Multifunktionslenkrad mit Tempomat- und Radiobedienung, die hervorragenden Ledersitze (samt Heizung), das praktische Navisystem (optional) samt Rückfahrkamera sowie das riesige Staufach zwischen den Sitzen. Auffallend: die Verarbeitungsqualität der hochwertigen Materialien und deren ordentliche Haptik. Fahren & Sicherheit ••••• Thema Sicherheit: Mit der Höchstpunkteanzahl von 37 im EuroNCAP-Test verwies der Qashqai bei Frontal-, Seiten- und Pfahltest alle bisher getesteten Fahrzeuge auf die Plätze. Auch bei der Kindersicherheit verfehlte der Qashqai nur knapp den fünften Stern. Am Sicherheitskonzept des Qashqai ist also nichts auszusetzen, ebensowenig an den Fahreigenschaften. Das Allrad- System bietet eine variable Momentverteilung vom reinen Fronttriebler bis hin zur starren Kraftverteilung von 57:43 vorn/hinten. Damit wird der Qashqai zwar nicht zum Offroader, aber für den verschneiten Weg zum Ferienhaus bietet er bessere Voraussetzungen als die übrigen Kompakt-Modelle. Die Bewältigung von Geländepassagen vereiteln schon die serienmäßigen Straßenreifen. Die komfortbetonte Abstimmung des Fahrwerks bügelt aber auch holprige Feldwege – und das ohne auffällige Seitenneigung in Kurven. Ausgezeichnet: die standfesten Bremsen. Etwas gefühllos: die Lenkung. Die Aerodynamik des Qash- qai fordert Tribut: Im Mittel schluckt der 2-l-Turbodiesel bis jetzt 8,6 l je 100km, bedingt durch häufige Autobahn-Etappen und viel Kurzstreckenverkehr. Geld & Umwelt •••••
Unser Testwagen in Topausstattung mit Allrad, Diesel und Partikelfilter markiert das oberste Ende der Qashqai-Preisskala mit rund 30.000 Euro, genau dort, wo der technisch weit-gehend gleiche X-Trail startet.
Viel für die Kompaktklasse, wenig für einen sinnvollen, allseits akzeptierten SUV-Ersatz.
Plus: Hohe Sitzposition, komfortabel, sicher, kräftiger Motor, Allradantrieb Minus: Etwas höherer Verbrauch, knapper Fondraum, hinten nur Lehnen klappbar
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