September 2003
IAA: Die große Show 
Die Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt ist eröffnet.
 


Kurt Zeillinger, Jo Deimel

Internationale Automobil Ausstellung 2003 in Frankfurt

Europas größte Autoshow ist eröffnet

Bilder: Werk

Auf einen Klick:

  • Breitenwirkung - Fixstarter und programmierte Bestseller
  • Sportliche Eliten - Muskelprotze und Fahrmaschinen
  • Ideenpool - Designstudien & Concept Cars

    Die 60. Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt ist eröffnet. Was die rund 1.000 Aussteller auf 215.000 m2 Fläche den erwarteten 850.000 Besuchern zeigen, entspricht diesmal nur teilweise dem Motto der Show „Faszination Automobil“. Denn die bei den Fans so beliebten spektakulären Designstudien sind heuer spärlicher vertreten als auf den Salons zuvor. Ganz im Gegensatz zu den volumsträchtigen Fixstartern.

    Die neue Generation der Bestseller steht dafür im Rampenlicht, denn in der Kompakt-Klasse werden die Karten gerade neu gemischt. Allen voran will VW mit dem mehr evolutionären denn revolutionären Golf V wieder ein Ass aus dem Ärmel schütteln – und eine lange Durststrecke beenden. Denn bereits seit Monaten fiel die Verkaufs-Kurve des Vorgängers steil in Richung Keller ab - zuletzt war man in Österreich im August bei -27% im Vergleich zum Vorjahr.
    Des einen Leid, des anderen Freud´: So konnte der mutig gestylte Renault Mégane um 32,7% zulegen - vielleicht mit ein Grund, dass Mazdas neuer 3er, der ebenfalls auf der IAA Premiere feiert, ein ziemlich markantes Gesicht bekommen hat. Dritter im Bunde der kompakten Newcomer ist Opels neuer Astra 3. Fords arbeitet noch an seinem Focus II, der erst zur Jahreswende 2004/05 kommt. Auf der gleichen Plattform wird übrigens - schon früher - auch der komplett neue kompakte Volvo S40 auf uns zurollen.
    Breitenwirkung - Fixstarter & programmierte Bestseller

    Die PS-Schacht geht weiter. Das Lizitieren nach oben in Sachen Leistung ist noch immer gefragt. Mehr als die 1.001 PS des Bugatti Veyron sind auf der IAA zwar nirgends auszumachen, doch die sportliche Auto-Elite zeigt geballt ihre Muskeln. Mercedes mit dem CLS oder dem bei McLaren gebauten Kraftprotz SLR, BMW mit dem 645 Ci, Audi mit dem auf Lamborghini-Gallardo-Technik aufgebauten LeMans quattro mit V10-FSI-Motor, Porsche und Alfa mit ihren GTs, Ford mit dem straßentauglichen Revival-Renner GT40 und Maserati mit der familientauglichen V8-Luxuskutsche Quattroporte.
    Sportliche Eliten - Muskelprotze & Fahrmaschinen

    Design wird immer wichtiger. Die Optik ist zum Erfolgsfator geworden, die Designer sind heute die wahren Stars - nicht nur auf der IAA. Mutig, was sich etwa der frühere Alfa-Chefstylist Walter de Silva jetzt bei Seat traut: Der Altea, Technik-Zwilling zum VW Touran, ist, im Gegensatz zu diesem, ein echter Eye-Catcher geworden, der bereits im Frühjahr zu haben sein wird.
    Mutig auch die Studien von Skoda (Roomster mit variablem Raumkonzept – zu verstehen aus Vorgriff auf künftige Fabia-Abwandlungen) und Alfa (8C Competizione), überraschend harmonisch die Kombination von Viertürer und Coupé, die Mercedes mit dem CLS präsentiert. Sie zeigt vor allem eines: Das klassische Stufenheck wird immer unwichtiger. Speziell die vielen gelungenen Kombi-Verschnitte begeistern.
    Ideenpool - Designstudien & Concept Cars

    Technik-Trend Partikelfilter. Partikelfilter reduzieren die Rußbelastung durch Diesel, sind also gut für Umwelt und Mensch - französische Hersteller haben das als erste erkannt. Heute fahren speziell Citroën und Peugeot bereits Verkaufserfolge damit ein. Jetzt bewogen steuerliche Anreize in Deutschland und Großbritannien für Autos, die bereits der ab 2005 vorgeschriebenen Euro-4-Abgasnorm entsprechen, auch die meisten anderen zum Nachziehen. Denn: Nur kleine Diesel schaffen diese Hürde filterlos. Doch der Schritt nach vorn ist - vorerst - nur ein halber: Die entsprechenden Filter auf Siliziumkarbid-Basis sind meist nur gegen Aufpreis zu bestellen. Deshalb fordert der ÖAMTC zusammen mit befreundeten Autoclubs jetzt die Hersteller auf, alle Diesel-Modelle serienmäßig mit dem Filter auszustatten. Als erster Erfolg der „Sauberer Diesel“-Initiative des Clubs wird übrigens schwefelfreier Dieselkraftstoff ab 2004 flächendeckend in Österreich angeboten werden.

    Das Ende der Krise sehen in Frankfurt vor allem die Analysten bereits herannahen. Im für Deutschland so wichtigen Heim-Markt sagt das Leverkusener Prognose-Institut die Wende bereits für diesen Herbst voraus. Das Institut für Automobilwirtschaft der Fachhochschule Nürtingen ortet hingegen eine steigende Nachfrage – insbesondere nach Premium-Marken – nicht vor dem Frühjahr 2004. Noch etwas zurückhaltender geben sich die Bosse der großen Hersteller auf ihren IAA-Pressekonferenzen: Zwar sehen auch sie schon ein Licht am Horizont, allerdings erst 2004/05. Österreich ist auch auf diesem Gebiet anders: Hierzulande wurden von Jänner bis August dieses Jahres 6,8 % mehr neue Pkw zugelassen als im Vorjahr. Die Gewinner dabei: Mazda (+47%), Peugeot (+18,8%) und Skoda (+18,5%). Die Verlierer: Ford (-5,4%), Audi (-3,5%), Toyota (-3,2%) und VW (-3%).

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